Buchempfehlung: Das Euro-Schlachtfest – Die Logik der Krise 
Was das Turbomastfutter für Schweine, Gänse, Hühner und andere Masttiere ist, um schnellstmöglich das gewünschte Schlachtgewicht zu erreichen, das ist, so der Autor Egon W. Kreutzer in seinem neuen Buch, der Euro für die Euroländer.

Spontan fällt da der oft verwendete Begriff PIIGS-Staaten ein (Portugal, Italien, Irland, Griechenland und Spanien). Die „Schweinestaaten“ haben das Schlachtgewicht erreicht und jetzt kommen die Metzger alias Gläubiger. Griechenland liegt schon auf der Schlachtbank, zappelt aber noch.

Bankenkrise, Eurokrise, Finanzkrise und Staatsschuldenkrise, so werden seit 2009 die Verwerfungen betitelt. In diesen Begriffen schwingt auch gleich eine Schuldzuweisung mit. Der Autor kommt zu der Erkenntnis und belegt diese ausführlich, dass es sich hier um „Nebelbegriffe“ handelt und es sich in Wahrheit um eine weltweite Vermögenskrise handelt.

Versteht der Normalbürger was da abläuft? Nein. Bieten die Medien entsprechende Informationen zur Aufklärung an? Ebenfalls nein.

Wer wollte den Euro und warum? Ist der Euro der natürliche Feind des Dollars und wird er von den USA versteckt bekämpft? Warum hat England noch immer das Pfund? Sind Banken wirklich systemrelevant? Sind die Rettungspakete und -schirme wirklich alternativlos? Was steckt hinter dem EFSF und dem ESM? Sind die politisch Verantwortlichen nur zu doof oder einfach nur korrupt, um die Krise zu lösen?

Auf diese und viele andere Fragen gibt Egon W. Kreutzer eine Antwort. Notwendige Informationen werden mitgeliefert. Ein kurzer Lehrpfad über das Geldsystem inbegriffen.

Auch den Begriff Staatsbankrott entlarvt der Autor als „Nebelbegriff“. Es gibt keine Staatsbankrotte. Am Beispiel Griechenlands wird detailliert beschrieben, worum es den Gläubigern wirklich geht, nämlich um eine umfassende Absicherung ihrer Forderungen durch Rettungspakete und Bürgschaften in Verbindung mit drakonischen Sparmaßnahmen, die Griechenland weiter in den Ruin treiben. Das Ziel ist, Sachwerte, sprich Volkseigentum, preiswert zu erwerben.

Dabei ist Griechenland nur das Testgelände. Das Buch bleibt aber nicht bei einer erklärenden Zustandsbeschreibung. Es liefert auch Lösungen. Lösungen die so einfach und dadurch überraschend sind, das man sich fragt, warum da niemand bislang drauf gekommen ist, oder gibt es doch für die bislang bekannten Rettungsaktionen einen ganz anderen Grund und man ist gar nicht an einer wirklichen Lösung interessiert? Und das ist die Stärke des Buches, scheinbar komplexe Sachverhalte in überschaubare Stücke zu zerlegen, diese Stücke mit Fakten und logischen Schlüssen zu verbinden, um den durch die Politik und durch die Medien erzeugten Nebel um die Krise aufzulösen.



Erfrischend sind die freigestellten Absätze wie dieser.

"Es macht den Gläubigern einfach keinen Spaß mehr, Geld zu verleihen." (S. 46)

Das Buch ist flüssig und in einer lebendigen Sprache geschrieben. So manches Aha-Erlebnis hält es bereit. Dazu gehört auch ein Blick in die Vergangenheit. Der Feudalismus schien überwunden, doch erblüht er wieder. Die Neo-Feudalisten geben den Kurs vor. Darin sieht der Autor eine Gefahr für die Demokratie. Für die parlamentarische Demokratie, weil Politik und Wirtschaft einen Grad der Verzahnung erreicht haben, der nicht mehr dem Wohl des Volkes dient.

Dieses Buch ist mehr als nur ein weiteres Buch zur Krise. Es enttarnt die Motive der Spieler am Pokertisch und wohin uns das führen kann, wenn sich nichts ändert.

Das Buch ist erschienen im EWK-Verlag.

Inhaltsverzeichnis, Vorwort und Leseprobe ist hier zu finden.

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Gebundene Ausgabe: 235 Seiten
Verlag: EWK Verlag

ISBN: 978-3-738195-83-5
ISBN-10: 3938175834

Subskriptionspreis bis 23. August: 21,90 EUR


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