Wo bleibt die Bildungsrepublik? 
Regelmäßig können wir davon lesen, von Bildungsoffensiven. Der aus dem militärischen Sprachgebrauch stammende Begriff Offensive bedeutet Angriff und Angriff geht immer mit Zerstörung einher. Seit der Ära Kohl ist unser Bildungswesen ständigen Angriffen ausgesetzt, auch wenn die Propagandisten natürlich etwas anderes meinen.

Weniger martialische Gemüter verwenden den Begriff Bildungsreform. Gemeinsam meinen sie jedoch Dasselbe. Reform (lat. für re zurück; formatio: Gestaltung, Wiederherstellung) bezeichnet in der Politik eine größere, planvolle und gewaltlose Umgestaltung bestehender Verhältnisse und Systeme. Doch zu wessen Gunsten?

Es vergeht kaum ein Jahr, in dem nicht Reformen angekündigt, umgesetzt oder begraben werden. Rentenreform, Gesundheitsreform, Arbeitsmarktreform, Pflegereform und Steuerreform etc. haben uns in den vergangenen 30 Jahren immer wieder heimgesucht. Und natürlich auch die Bildungsreform. Eine Reform wird immer als notwendig, bisweilen als alternativlos, und mit Vorteilen für alle verkauft. Doch die Realität sieht anders aus, wie das Albrecht Müller in seinem Bestseller „Reformlüge“ ausführlich beschreibt.

Ein euphemistischer Gebrauch des Begriffs Reform durch Massenmedien und Politik ist seit Jahrzehnten gängige Praxis. Immer mehr Bürger erkennen, was Politik und Wirtschaft mit dem Begriff Reform meinen. Damit werden nahezu generell Maßnahmen bezeichnet, welche die Kürzung oder Streichung von Sozialleistungen und überhaupt den Rückzug staatlicher Tätigkeit (Privatisierungen) zur Folge haben. Marktkonformität oder Marktkompatibiliät, um gleich mal zwei Vorschläge für das Unwort des Jahres 2014 zu unterbreiten.

Vermittelt unser Bildungswesen im Allgemeinen und das Schulwesen im Besonderen überhaupt Bildung? Das ist ein anderes Thema. Vermittelt es das, was es vermitteln kann, gut? Kaum. Das ist schon daran zu erkennen, das Merkel unser Land zu einer Bildungsrepublik machen möchte. Es liegt also einiges im argen.

Geld

Wie fast überall, so spielt auch im Bildungswesen Geld eine Rolle. Nun ist auch hier Geld nicht alles, doch ohne geht es nun mal nicht. Ausgaben für Bildung sind eine Investition für und in unsere Kinder, damit diese später unsere Rente erwirtschaften können, um das mal in aller Kürze zusammenzufassen. Die Investition pro Schüler ist nur ein Indikator, aber ein aussagekräftiger.



Dabei bilden die neuen Bundesländer eine Spitzengruppe. Der Durchschnitt liegt bundesweit bei schäbigen 6.400 Euro. Auch bei den PISA-Studien schneiden die neuen Bundesländer besser ab.

Lehrer

Jeder möchte für sein Kind den bestmöglichen Lehrer haben. Nun ist es bei Lehrern nicht anders als bei anderen Berufen. Es gibt gute und weniger gute. Zu welcher Gruppe ein Lehrer gehört, liegt oftmals gar nicht an dem Lehrer, sondern an dessen Arbeitsbedingungen. Seit einigen Jahren macht sich auch im Schulbetrieb, völlig unnötigerweise, eine Praxis aus der Wirtschaft breit. Befristete Verträge. Wie gut kann ein Lehrer seiner Aufgabe nachgehen Schüler zu unterrichten, wenn er weiß, das nach wenigen Monaten er in Hartz-IV fallen wird? Wie viel Motivation und Engagement ist da noch drin?



Wie soll ein Lehrer ohne Perspektive seinen Schülern Perspektiven vermitteln?

Tausende Lehrer im Sommer arbeitslos

Für die Dauer der Ferien müssen die Lehrer Hartz IV beziehen und auf einen neuen Vertrag hoffen

Die Landesregierungen in Deutschland schicken jedes Jahr mehrere tausend Lehrer in die Arbeitslosigkeit, um über die Sommerferien Geld zu sparen. Für die Dauer der Ferien müssen die Lehrer Hartz IV beziehen und auf einen neuen Vertrag hoffen. Vor allem junge Lehrer werden nicht verbeamtet, sondern jedes Schuljahr neu befristet angestellt. Das spart den Ländern rund 48 Millionen Euro.


baden.fm

48 Millionen Euro, ist das nicht lächerlich in Anbetracht der Rettungspakete und Fehlausgaben?

Quelle der Grafiken: boeckler.de

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