Lebt Deutschland über seine Verhältnisse? 
Die Bundeskanzlerin lässt keine Gelegenheit verstreichen, den Bürgern in unserem Land mit der Behauptung, wir hätten über unsere Verhältnisse gelebt, ein schlechtes Gewissen einzureden. Wie sieht denn nun die Wahrheit aus?

Die sparsame schwäbische Hausfrau kann für eine Volkswirtschaft kein Vorbild sein, was nicht bedeutet, dass man nicht einen Blick auf die Staatsausgaben werfen sollte.

Wir leben seit Jahren unter unseren Verhältnissen

Ein Land wie Deutschland, das seit Jahren Exportweltmeister bzw. Vize ist, also mehr produziert, als es selber verbraucht, lebt unter seinen Verhältnissen. Ein Land wie Deutschland, das seit Jahren Leistungsbilanzüberschüsse erzielt, also mehr Exporte als Importe aufweist, lebt unter seinen Verhältnissen.

Die Exporterfolge gehen zu einem Großteil auf die von Arbeitgeberverbänden seit Jahren gebetsmühlenartig vorgetragene und gewünschte Lohnzurückhaltung zurück. Von 1980 – 2008 sind die Reallöhne in Deutschland um 15 % gefallen, obwohl sich die Produktivität in diesem Zeitraum nahezu verdoppelt hat.




Die deutsche Exportwalze ist maßgeblich für die Probleme der südlichen Euroländer mitverantwortlich. Aber auch der Binnenmarkt leidet unter dieser Entwicklung, wie die stagnierenden Einzelhandelsumsätze belegen.



Staatsschulden

Die Staatsschulden Deutschlands belaufen sich mittlerweile auf 2.100 Milliarden Euro (2.1 Billionen). Noch nie hat Deutschland Schulden getilgt. Diese Schulden hat jemand als Vermögen. Dabei wären diese Schulden unnötig, hätte es eine leistungsgerechte Besteuerung von Vermögen und Einkommen gegeben.

Die letzten Steuerreformen haben erheblich zu diesem Schuldenberg beigetragen, aber auch die Banken- und Eurorettung schlagen sich kräftig nieder.

Die Steuer-, Finanz- und Arbeitsmarktpolitik der letzten 30 Jahre sind ein Debakel. Höhepunkt der Unfähigkeit war die Agenda 2010 mit den Hartz-Gesetzen. Mit diesen konnte der größte Niedriglohnsektor in Europa installiert werden. Kinder- und Altersarmut werden sich auch in den nächsten Jahren ausbreiten.

Währen die Unternehmens- und Vermögenseinkommen seit 2000 enorm gestiegen sind, sind die Nettolöhne und -gehälter gefallen.



Die Gewinnentwicklung der DAX-Konzerne ist in 2005, 2006 und 2007 förmlich explodiert.



Massenarbeitslosigkeit

Seit den 70er Jahren des letzten Jahrhunderts herrscht in Deutschland Massenarbeitslosigkeit. Aktuell beziehen ca. 6 Millionen Menschen Arbeitslosengeld, es tauchen aber in der Arbeitslosenstatistik nicht alle auf.



Dank der Tricksereien der Bundesagentur für Arbeit sprechen schon manche Politiker und Medien von Jobwunder und Vollbeschäftigung. Realtitätsferner geht es kaum. Zu entscheiden, ob es sich hierbei um Dummheit oder Manipulation durch Lügen handelt überlasse ich dem Leser.

Deutschland lebt seit vielen Jahren unter seinen Verhältnissen. Dies führt nicht nur zu Problemen bei Deutschlands Handelspartnern, sondern führt auch im Endeffekt zu einer Verarmung weiter Bevölkerungsteile und gipfelt letztendlich in der Altersarmut und dies zu Gunsten des obersten Zehntel (Dezil) der Bevölkerung das in 2007 61 % des Gesamtvermögens hielten.

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