Der Neue Mensch 
Matrix. Wer den Film kennt, kann erahnen, was kommt, wer ihn nicht kennt, dem empfehle ich den ersten Teil. Eine besondere Gruppe von Matrix-Fans sind die Transhumanisten. Nein, es handelt sich hier nicht um eine neue sexuelle Orientierung.

Transhumanismus (zusammengesetzt aus lat. trans ‚jenseits, über, hinaus‘ und humanus ‚menschlich‘) ist eine philosophische Denkrichtung, die die Grenzen menschlicher Möglichkeiten durch den Einsatz technologischer Verfahren erweitern will. Die Interessen und Werte der Menschheit werden als "Verpflichtung zum Fortschritt" angesehen.


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Grundsätzlich gilt, alles was unter "vertretbaren" Kosten technisch realisiert werden kann, wird realisiert werden.

Als Einstieg zum Thema verweise ich auf folgendes Interview:

Globale Bewusstseinsindustrie

Die globalisierte Bewusstseinsindustrie, zentriert in der Neurotechnologie, so die beiden Reports, greift auf immer mehr Bereiche aus und verändert auch die globalen Machtspiele. Vor allem eine Entwicklung gibt dabei zu denken: die zunehmende Verbindung von Mensch und Maschine, unter anderem durch Direktschaltungen zwischen Gehirn und Computer, sogenannten "BCIs" oder "Brain Computer Interfaces".

Roland Benedikter: Ja. Diese neue Technologie verspricht, wie die beiden Reports in zahlreichen Details darstellen, viele Vorteile. Im Raum steht zum Beispiel für die Mobilität der Zukunft eine Art Omnipräsenz des Geistes durch die Verbindung des Gehirns mit Technologien wie Gehirnimplantaten, um auf große Entfernungen in Echtzeit komplexe Operationen auszuüben. Dadurch kann ich, so die Hoffnung der Proponenten dieser Entwicklung, global aktiv sein, ohne mich vom Stuhl zu bewegen.

Auf der anderen Seite steht im Rahmen der Anwendung dieser Technologie das bisherige Menschsein zumindest in Teilen zur Disposition. Was man bisher als menschliche Identität, als menschliche Verfassung (conditio humana), als "Ich" begriffen hat, wird zunehmend in Frage gestellt, wenn sich die Einheit von körperlicher und geistiger Präsenz des Menschen in Raum und Zeit auflöst. Die Bewusstseinsindustrie will den Menschen entkörperlichen, um seine Freiheit zu steigern. Aber niemand weiß, was dabei mit diesem Menschen, vor allem: mit seinem Selbstbild und seinem Selbstverständnis geschehen wird.


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Die Bestrebungen des Menschen, Höchstleistungen zu vollbringen, zieht sich durch die gesamte Menscheitsgeschichte und endet nicht mit dem Doping von Spitzensportlern.

Hierzu ein Info-Tipp:

SWR2 Essay

Transhumanismus

Sendung am Montag, 11.3. | 22.03 Uhr | SWR2
Die technologische Verbesserung des Menschen
Von Hans-Georg Deggau
In Laboren entwerfen die Humanisten unserer Tage ein neues Menschenbild. Im Gegensatz zu den alten Utopien soll das Individuum nicht mehr durch die Verbesserung der Gesellschaft geformt werden, sondern mit Hilfe der Technologie. Medizintechnik soll den Menschen optimieren: psychisch, physisch und moralisch. Leitvorstellung ist nicht mehr die "Erziehung des Menschengeschlechts", sondern die Veränderung des Einzelnen durch Eingriffe in seine biotische Substanz, das sogenannte Enhancement. Dabei genießt die Hirnforschung das zweifelhafte Privileg, an vorderster Front des Fortschritts zu stehen. Ist die 'Natur' des Menschen eine variable Größe geworden? Wo liegen die Grenzen des medizinischen Enhancements?


Ebenfalls einen interessanten Einblick gibt diese arte-Doku:

Welt ohne Menschen? (2012) - Transhumanismus: Chance oder Albtraum?

Francis Fukuyama bringt es auf den Punkt, wenn er schreibt:

TRANSHUMANISM – THE WORLD'S MOST DANGEROUS IDEA

Über Transhumanismus findet bislang keine öffentliche Diskussion statt. Wie auch wird sie doch bislang gar nicht thematisiert, während die Forschungen in den Laboren auf Hochtouren laufen. Den Mensch zu verbessern liegt in der Eugenik begründet. Der britische Anthropologe Francis Galton (1822–1911) prägte den Begriff.

Zu den bekannten Vertretern der Eugenikbewegung zählen unter anderem Margaret Sanger, Julian Huxley, John Maynard Keynes sowie George Bernard Shaw.

Traurige Berühmtheit erlangte die Eugenik im Nationalsozialismus. Ca. 100.000 Menschen mit psychischen und/oder körperlichen Behinderungen wurden einer Zwangssterilisation zugeführt. Bessere Menschen durch Züchtung.

Endziel Unsterblichkeit

Der Transhumanismus ist von dem Gedanken geprägt, eines Tages den Mensch unsterblich werden zu lassen. Doch bis dahin ist es noch ein weiter weg, wenn überhaupt erreichbar.

Mit Hilfe von Gentechnik, Nanotechnik, Computertechnik, Medizintechnik und Robotik werden wohl schon in naher Zukunft erste Anwendungen für einen "besseren Menschen" zur Verfügung stehen.

Für Behinderte eröffnen sich neue Möglichkeiten. Das Blinde wieder sehen, Taube wieder hören und Gelähmte wieder laufen können ist positiv zu bewerten. Doch ein weiterer Grundgedanke ist Grundlage des Transhumnismus. Die Beseitigung jeglichen Leidens.

Jede Entwicklung wird auch auf militärische Verwendbarkeit überprüft. Besonderes Augenmerk richten die Militärs im Bereich Brain Computer Interfaces. Die Steuerung von Drohnen mittels Gedanken liegt nicht mehr allzufern.

Dieser Artikel verteht sich als Anstoß für eine breite Debatte.


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