Ausbeutung der Armen durch Mikrokredite 
Muhammad Yunus, Wirtschaftswissenschaftler aus Bangladesch, hatte eine Idee. Die Wirtschaft nicht durch die Profitbrille zu betrachten, sondern durch eine Sozialbrille. Arme sind für Banken uninteressant. Sie haben kein Einkommen, keine Sicherheiten. Yunus entwickelte Mikrokredite für Arme.

Er gründete die Grameen-Bank, die Mikrokredite an Arme vergibt. 2006 erhielt Yunus dafür den Friedensnobelpreis.

Gute Sache meinten viele. Seither wird Yunus als Banker der Armen bezeichnet. Aber wie so oft offenbart sich die Wahrheit erst auf den zweiten Blick.

Die Grameen-Bank vergibt aktuell Kredite für Unternehmensgründungen zu 20 % Zinsen. Die Grameen-Bank war so erfolgreich, dass auch andere Kreditinstitute und Geldverleiher aufmerksam wurden.

Allein die Grameen-Bank hat 7 Millionen Kreditnehmer.

Mikrokredite als neues Instrument der Entwicklungshilfe

Internationale Kapitalgeber für Mikrokredie sind u.a.

- Die Weltbank-Tochter International Finance Corporation (IFC)
- European Bank for Reconstruction and Development (EBRD)
- Soros Economic Development Fund (SEDF)
- die KfW Bankengruppedie BANK IM BISTUM ESSEN eG
- die BANK IM BISTUM ESSEN eG

Im Oktober 2011 erschien ein Buch von Gerhard Klas, „Die Mikrofinanz-Industrie: Die große Illusion oder das Geschäft mit der Armut ".

Wer denkt bei dem Stichwort Mikrokredite nicht an Bangladesh, Armutsbekämpfung, Gemeinwohl? Das positive Image der Mikrokredite als Strategie gegen Armut hält sich bis heute. Nicht zuletzt wegen Muhammad Yunus, über den Entwicklungsminister Dirk Niebel sagt, er habe »mit der Grameen Bank vorgemacht, dass man auch mit ganz armen Menschen nachhaltige Bankgeschäfte tätigen kann«. Dafür bekam Yunus 2006 den Friedensnobelpreis.

So weit die Legende. Weniger bekannt ist die Kehrseite der Mikrofinanz-Industrie. Es handelt sich um ein Geschäftsmodell, das Gemeinschaften in vielen Ländern in die Überschuldung treibt. Die Folgen sind psychosozialer Druck, Pfändung und Enteignung bis hin zu Suizid. Dabei sollte schon eine einzige Zahl genügen, um den Glauben an die wohltätige Wirkung der Mikrofinanz zu verlieren: 35 Prozent. So hoch sind die effektiven Zinssätze für Mikrokredite im weltweiten Durchschnitt.

Gerhard Klas, freier Journalist aus Köln, beschäftigt sich seit Jahren mit diesem Thema. Sein Buch ist die erste umfassende Studie in deutscher Sprache, die sich kritisch mit der Mikrofinanz-Industrie auseinandersetzt. Er schreibt über Allianzen von Investoren, Banken und NGOs, zeichnet den Paradigmenwechsel der »Entwicklungshilfe« nach, räumt mit den Mythen der Mikrofinanzwelt auf und zieht nicht zuletzt die Querverbindungen zum reichen Deutschland. Für ihn steht fest: Die Mikrofinanz ist – gemessen an ihren proklamierten Zielen – eine Geschichte des Scheiterns. »Ethisches Investment« ist eine Illusion. Das Kreditgeschäft funktioniert auf Kosten und nicht zum Nutzen der Armen.

»Der Mikrofinanz-Sektor, der noch immer mehrheitlich von staatlichen Entwicklungsfonds und Stiftungen getragen wird, sieht zunehmend jenen Kredithaien ähnlich, von denen er die Armen einst erlösen wollte« (Philip Mader, FR).


assoziation

Doch nicht nur Klas liefert zahlreiche Fakten die Mikrokredite in einem anderen Licht erscheinen lassen. Maren Duvendack, Richard Palmer-Jones, James G Copestake, Lee Hooper, Yoon Loke und Nitya Rao vom EPPI-Centre, Social Science Research Unit, Institute of Education, University of London kommen in einer im August 2011 erschienenen Studie zu ähnlichen Ergebnissen.

What is the evidence of the impact of microfinance on the well-being of poor people?

Zitat aus der Zusammenfassung:

We find no robust evidence of positive impacts on women’s status, or girl’s enrolments - this may be partly due to these topics not being addressed in valid studies (RCTs and pipelines). Well-known studies which claim to have found positive impacts on females are based on weak research designs and problematic IV analyses which may not have survived replication or re-analysis using other methods, i.e. PSM.


Zur kompletten Studie, hier klicken.

Das Geschäft mit den Armen boomt. Längst schon haben auch private „Förderer“ diesen Markt entdeckt. Einer der größten Vermittler von Darlehen von Privatpersonen an Mikrokreditnehmern ist die

http://www.kiva-deutschland.org/de/

Ab 25,00 USD ist man dabei und kann direkt ein Projekt fördern. Ein Rückzahlungsplan für das Darlehen steht auch schon fest. Wer von diesem „System“ garantiert profitiert dürfte klar sein.

Nicht nur in armen Länder boomen die Mikrokredite. Auch in Deutschland ist diese Art der Finanzierung auf dem Vormarsch. Möglich macht das der Mikrokreditfonds Deutschland.

Mit dem Mikrokreditfonds Deutschland verbessert die Bundesregierung für Kleinstunternehmen und Gründungen den Zugang zu Kapital. Der Fonds hat ein Volumen von 100 Mio. Euro aus dem Bundeshaushalt sowie aus dem Europäischen Sozialfonds.


Mikrokreditfonds

Für Kleinstunternehmer und Gründer eine interessante Möglichkeit. Aber auch hier gilt, ohne Sicherheiten geht (fast) nichts.

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