20 Stunden Arbeit sind genug 
Altbundeskanzler Schmidt sagte mal, wer Visionen hat, solle zum Arzt gehen. Teilweise gebe ich ihm Recht. Die Vision von ewigem Wachstum hat was pathologisches. Ebenso die Idee, man könne ein Land mit drakonischen Sparmassnahmen aus der Krise helfen.

Eine Vision, eine Idee ist jedoch die Keimzelle jeder Erfindung.

Seit den 70ger Jahren haben wir Massenarbeitslosigkeit in Deutschland. Alle Versuche, dieses Debakel am Arbeitsmarkt zu beenden führten zu nichts. Im Gegenteil.

Für diese Massenarbeitslosigkeit gibt es zahlreiche, ineinander greifende Gründe.

Ein Hauptgrund ist die nicht verkürzte Arbeitszeit. Das Kapital ist an einer Verkürzung der Arbeitszeit gar nicht interessiert. Aber nur aus Kurzsichtigkeit oder Dummheit.

Das Kapial hat ein, ebenfalls kurzsichtiges, Interesse an einer hohen Arbeitslosenzahl. Maßnahmen wie Rente mit 67, Agenda 2010, Hartz IV, Leiharbeit, Lohnkürzungen, Minijobs etc. bauen auf einer Argumentation auf, die an Dummheit kaum zu überbieten ist.

Das Resultat ist eine Elendsökonomie, deren Auswirkungen wir in Griechenland sehen können.

Es ist eine Argumentation des Kapitals, eine Argumentation die den Kapitalismus seinem Ende zwangsläufig zuführen muss.

Jeder Ökonom, der halbwegs bei Verstand ist, erkennt das. Von den politischen Parteien ist keine Lösung zu erwarten, da diese zu sehr mit dem Kapital verbandelt sind. Seit mehr als 30 Jahren ist das politische Handeln nicht mehr zum Wohl der BürgerInnen ausgerichtet, sondern zum Wohl des Kapitals. Auch wenn uns tagtäglich die Dampfplaluder aus Politik und Wirtschaft mit ihren Luftblasen etwas anderes erzählen. Ein klares Versagen der parlamentarischen Demokratie. Und welche Qualität die ökonomischen Berater der Bundesregierung haben, sieht man an solchen Ergüßen wie dem Wachstumsbeschleunigungsgesetz, Fiskalpak, ESM usw. usf.

Von den Stümpern kommt dann immer wieder ein Argument: Globalisierung

Sie nehmen einen Begriff in den Mund, den sie selber gar nicht verstehen. Von der Mainstreamökonomie ist auch nichts zu erwarten. Man muss sich nur mal die 5 Stümper ansehen, die sich Wirtschaftsweise nennen.

Eine ebenfalls ganz schwache Nummer liefern die Gewerkschaften ab. Die ewig gleiche Forderung nach höheren Löhnen ist zwar berechtigt, zeigt aber Phantasielosigkeit und mangelnden ökonomischen Verstand.

Wir leben in einer Umbruchphase. Den Wenigsten ist das bewusst. Politikern schon gar nicht. Fernab der Realität schweben sie in Wachstumsträumen.

Von marktkonformer Demokratie ist die Rede. Dabei ist Diktatur des Kapitals gemeint. Es gibt längst Lösungen. Lösungen aber, die dem Kapital nicht gefallen. Und was dem Kapital nicht gefällt, hat der politischen Klasse gefälligst auch nicht zu gefallen. Damit wird deutlich, wer tatsächlich die Politik bestimmt. Es ist völlig unerheblich welche Partei die Regierung stellt. Alle Parteien haben den neoliberalen Irrsinn bis in die Haarspitzen verinnerlicht.

Von Sachzwängen wird dann geredet und das man Exportweltmeister bleiben solle. Was bedeutet denn Exportweltmeister, was bedeuten denn Handelsüberschüße? Es bedeutet, das wir Waren gegen wertlose Papierschnitzel verschenken und Arbeitslosigkeit exportieren. Zu allem Übel haftet auch noch der Steuerzahler für diese Exportüberschüße. Das will aber niemand sehen.

Die Zahl der psychischen Erkrankungen von Arbeitnehmern haben seit 2008 umd das achtfache zugenommen. Die Zahl der Erwerbsunfähigkeitsrentenempfänger steigt.

Gefährlichste Berufe nach der Erwerbsunfähigkeitsrente
Mehr Statistiken finden Sie bei Statista

Die Statistik bildet die gefährlichsten Berufe in Deutschland ab. Gemessen werden diese anhand des Anteils der Personen innerhalb einer Berufsgruppe, die eine Erwerbsunfähigkeits- oder Erwerbsminderungsrente und nicht die reguläre Altersrente erhalten. Im Durchschnitt der Jahre 2007 bis 2009 haben 52,18 Prozent der Gerüstbauer in Deutschland eine Erwerbsunfähigkeits- oder Erwerbsminderungsrente erhalten.

Arbeitsverdichtung, Überstunden und negativer Streß machen krank. Während die Einen vor lauter Arbeit krank werden, werden die Anderen krank, weil sie keine Arbeit haben.

Viele haben Angst, das Tempo im Hamsterrad nicht mehr mitgehen zu können. Warnsignale des Körpers werden ignoriert, bis man im wahrsten Sinne des Wortes auf der Fresse liegt. Humankapital ist ja genug vorhanden, der Nächste bitte. Und wer das Tempo nicht mitgeht, der fliegt. Ab in Hartz-IV. Faule Socke, selber Schuld. Und selbst wenn man bis 65 bzw. 67 durchhält, dann wartet schon die Altersarmut.

Begriffe wie Altersarmut, Kinderarmut, Energiearmut, Tafeln, Containern, Rentnerarbeit und Flaschensammler etc. gab es vor 30 Jahren nicht.




ALTERNATIVES ARBEITSSYSTEM
„20 Stunden Arbeit sind genug“


taz: Herr Bergmann was ist neu an der „Neuen Arbeit“?

Frithjof Bergmann: Die alte Arbeit ist die Arbeit, die man tun muss, und die Neue Arbeit ist die Arbeit, die man wirklich wirklich tun will. Sie ist menschenentwickelnd statt menschenverzweifelnd. Sie ist die Arbeit, die Kraft gibt und sinnstiftend ist. Und – das möchte ich besonders betonen – sie findet vor Ort, lokal statt. Die Menschen produzieren vor Ort.


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[color=red]Kritische Auseinandersetzung mit Frithjof Bergmann[/color]


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